Fortbildung zum Lehrlokführer
Ein Aufstiegsberuf für Triebfahrzeugführer

Du bist Triebfahrzeugführer mit Leib und Seele und hast Spaß daran Erfahrungen zu teilen? Du möchtest weiterhin im realen Betrieb fahren, aber trotzdem dein Know-How weitergeben? Dann ist eine Karriere als Lehrlokführer (kurz: LLF) das Richtige für dich.

Zielgruppe für die Lehrlokführer-Fortbildung

Die Fortbildung zum Lehrlokführer richtet sich an erfahrene Triebfahrzeugführer, die ihr vorhandenes Fachwissen vertiefen und an zukünftige Kollegen weitergeben möchten. Der Fokus des Lehrgangs liegt vor allem in der Methodik und Didaktik. Hier lernst du, dein Spezialwissen fachgerecht an Dritte zu vermitteln und die Teilnehmer zum Lernen zu motivieren. Außerdem werden Grundlagen des Eisenbahnbetriebs, der Triebfahrzeugführerscheinverordnung (TfV) und des Notfallmanagements thematisiert.

Aufgaben eines Lehrlokführers

Lehrlokführer unterrichten, anders als Fach-Trainer für die Triebfahrzeugführerausbildung, nicht im Klassenzimmer oder auf dem Betriebsbahnhof, sondern im realen Betrieb. Während der Fahrt im Führerstand einer echten Lok! Sie übernehmen Überwachungstätigkeiten und sind für die Einarbeitung und Betreuung neuer Kollegen verantwortlich. Hierfür werden Praxisfahrten organisiert und zusammen mit dem Lehrlokführer durchgeführt.

Lehrlokführer übernehmen also weiterhin Dienste als Triebfahrzeugführer, werden hierbei aber von angehenden Kollegen begleitet. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Einarbeitung und Betreuung neuer Kollegen während der Praxisfahrten
  • Vorbereiten und Durchführen der theoretischen und praktischen Aus- und Fortbildung im Bahnbetrieb
  • Überwachungstätigkeiten im Bahnbetrieb
  • Überwachen der Dienstausführung angehender Triebfahrzeugführer
  • Organisieren und Durchführen von Praxisfahrten
  • Beurteilen der Leistungen und Lernfortschritte der Kursteilnehmer
  • Hilfestellungen leisten

Nach einer gewissen Zeit dürfen die angehenden Triebfahrzeugführer selber fahren. Hierbei stehen sie aber immer unter der strengen Beobachtung des Lehrlokführers. Er überwacht jede Ausführung und kann ggf. in Gefahrensituationen eingreifen.

Um jederzeit optimal vorbereitet zu sein, müssen Lehrlokführer regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen.

Lehrlokführer-Fortbildung: Welche Voraussetzungen muss ich als LLF erfüllen?

Wer eine Position als Lehrlokführer anstrebt, sollte vor allem Spaß an der Ausbildung von angehenden Eisenbahnern haben. Weitere Voraussetzungen sind, neben umfangreichen Kenntnissen im Eisenbahnbetrieb, folgende:

  • Triebfahrzeugführerschein Klasse A + B
  • Mindestens drei Jahre Berufserfahrung als Triebfahrzeugführer im Rangier- und Streckendienst
  • Uneingeschränkte Betriebstauglichkeit (psychologisch und medizinisch)
  • Mindestalter: 26 Jahre
  • Bereitschaft zum Schichtdienst
  • Fundiertes Eisenbahnfachwissen sowie sehr gute Kenntnisse der betrieblichen Regelwerke, Abläufe und Zusammenhänge
  • Uneingeschränkte Betriebstauglichkeit (medizinisch und psychologisch)
  • Bereitschaft zum Erwerb der Ausbildereignung gemäß AEVO oder ähnliche Qualifikation wünschenswert, kann über dispo-Tf nachgeholt werden
  • Sicherer Umgang mit den MS-Office-Tools

Erfahrungen im Anlernen neuer Kollegen sind wünschenswert, aber keine Voraussetzung. Die wichtigsten Fertigkeiten werden im Vorbereitungskurs auf den Ausbilderschein gelehrt.

Zu den wichtigsten zwischenmenschlichen Fähigkeiten eines Lehrlokführers zählen eine hohe Motivationsfähigkeit, starkes Engagement sowie Teamfähigkeit. Außerdem solltest du Spaß am Umgang mit Menschen haben, selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten und respektvoll auftreten. Kollegialität, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein sind ebenso wichtig.

Inhalte der Lehrlokführer-Fortbildung

Das Fortbildungsseminar zum Lehrlokführer gliedert sich in zwei Teilbereiche. Es werden methodisch-didaktische Themen unterrichtet sowie fachliche Grundlagen besprochen. So werden die Teilnehmer optimal auf eine anschließende Tätigkeit als Lehrlokführer vorbereitet.

Methodik und Didaktik für Lehrlokführer

  • Teilnehmer richtig motivieren
  • Richtige Kommunikation im Umgang mit neuen Kollegen
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Lerntypen erkennen und unterstützen
  • Aufbau und Vorbereitung von Lernstoff
  • Methodentraining
  • Lernstörungen erkennen und beheben

Fachthemen für Lehrlokführer

  • Rechtsgrundlagen des Eisenbahnbetriebs
  • Kenntnisse der Triebfahrzeugführerscheinverordnung (TfV) und die Triebfahrzeugführerschein-Prüfungsverordnung (TfPV)
  • Grundlagen des Bahnbetriebs nach Fahrdienstvorschrift der DB Netz AG (FV-DB)
  • Grundlagen des Notfallmanagements
  • Betreuung nach Ereignissen
  • Auswertung der Fahrdaten von Triebfahrzeugen

Im Anschluss an die Module wird der Lehrlokführer-Kurs mit einer schriftlichen sowie einer mündlichen Prüfung abgeschlossen. Die Prüfung wird durch dispo-Tf Campus abgenommen.

Dauer der Lehrlokführer-Fortbildung

Die Fortbildung zum Örtlichen Betriebsleiter dauert 5 Werktage.

Bildungsurlaub für die Fortbildung zum Lehrlokführer: Extra-Urlaub für die Karriere

Der Lehrgang zum Lehrlokführer wurde gemäß §11 des Berliner Bildungsurlaubsgesetzes (BiUlrG) als Bildungsveranstaltung anerkannt. Das heißt, die Teilnehmer können für den 5-tägigen Lehrgang Bildungsurlaub beantragen.

Weitere Informationen zur Beantragung von Bildungsurlaub findest du hier.

Was bedeutet Bildungsurlaub eigentlich?

Bildungsurlaub meint die bezahlte Freistellung von der Arbeit, um an einer anerkannten Veranstaltung zur politischen oder beruflichen Bildung teilnehmen zu können. Der Lohn wird für diesen Zeitraum ohne Minderung weitergezahlt. So kann man sich voll und ganz auf den Lehrgang konzentrieren, ohne sich Gedanken um das Gehalt zu machen. Voraussetzung ist die Anerkennung der Veranstaltung durch die zuständige Senatsverwaltung.

Außerdem muss bei beruflichen Weiterbildungen ein mittelbarer Bezug zur Arbeit vorliegen. Eine Fortbildung zum Lehrlokführer eignet sich für Triebfahrzeugführer, die nach einer neuen beruflichen Herausforderung streben.

Die Kosten für die berufliche Weiterbildung werden in der Regel selbst getragen. Das Berliner Bildungsurlaubsgesetz regelt lediglich die bezahlte Freistellung für Bildungszwecke.

Wie viele Bildungsurlaubstage stehen mir zu?

Der Anspruch auf Bildungsurlaub unterscheidet sich je nach Alter. Bei Vollzeitbeschäftigung:

  • Beschäftigte bis 25 Jahre: 10 Arbeitstage pro Kalenderjahr
  • Beschäftigte über 25 Jahre: 10 Arbeitstage in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren.

Preise für die Lehrlokführer-Fortbildung: Was kostet der Lehrgang?

Die Kosten für die Weiterbildung zum Lehrlokführer betragen: 1590 Euro inkl. Catering (Speisen und Getränke).